IT, ERP, Medizintechnik – Begriffe

Fachbegriffe verständlich gemacht
BegriffErläuterung
Advanced Planning and Scheduling (APS)Advanced Planning and Scheduling-Systeme, kurz APS, dienen der Planung, aber auch der Verwaltung und Überwachung von Supply Chains. Im Fokus steht die gesamte Lieferkette eines Produktionsunternehmens.Diese müssen dauerhaft Fertigungsaufträge mit allen dazugehörigen Prozessen, Ressourcen und Terminen ideal planen und an Änderungen von innen und außen anpassen. Hier hilft es, wenn die Mitarbeiter eine intelligente Lösung nutzen können, die in der Lage ist, die Supply Chain zu erfassen, zu modellieren und ständig zu optimieren. APS-Systeme stellen eine solche Lösung dar.
AFOsteht in der Industrie für Arbeitsfolge bzw. Arbeitsgang
AnwendungssystemeAnwendungssysteme sollen die Benutzer beim Durchführen der Geschäftsprozesse und betrieblichen Funktionen effektiv unterstützen
ASP (Application-Service-Providing)bezeichnet ein Dienstleistungskonzept, bei dem Anwendungssysteme auf einem zentralen Server durch den Application-Service-Provider bereitgestellt werden. Der Zugang zu den verfügbaren Anwendungen erfolgt hierbei über einen Webbrowser. Weitere Aufgaben wie Wartung und Updates der Anwendungssysteme, Verwaltung, Virenschutz und Datensicherung werden durch den Provider übernommen.
APQP ( Advanced Product Quality Planning)bezeichnet ein kontinuierliches Projektmanagement für die Produkt- und Qualitätsplanung und ist geeignet für alle Phasen des Entwicklungsprozesses.

APQP verfolgt das Ziel, eine einheitliche produktbezogene Dokumentationsstruktur/-hierarchie zu haben, die dem Anwender (Hersteller) die notwendige Transparenz über das Herstellgeschehen liefern. Dadurch soll die Produktionslenkung vereinfacht werden.

ArbeitspläneInformationen zur Herstellung eines gewünschten Produktes oder Teilproduktes werden in sogenannten Arbeitsplänen festgehalten. Dieser beschildert den Fertigungsablauf im Hinblick auf die Teilarbeitsschritte mit den entsprechenden Arbeitszeiten (Bearbeitungszeit, Rüstzeit u.v.m.). Basierend auf den Stücklisten werden in einer Arbeitsfolge die Teilarbeitsschritte beschrieben. Durch entsprechende Zuweisungen ist es möglich Arbeitspläne und Stücklisten miteinander zu verbinden.
AV (Arbeitsvorbereitung)Alle vorbereitenden Maßnahmen zur Fertigung von Erzeugnissen. Die AV umfasst die Arbeitsplanung und die Arbeitssteuerung. Zu den kurzfristigen Aufgaben der Arbeitsplanung gehört die Erstellung von Arbeitsunterlagen für die Herstellung von Erzeugnissen. Hierzu zählen die Erstellung von Fertigungsstücklisten und Arbeitsplänen. Die Arbeitssteuerung ist zuständig für alle Maßnahmen, die für eine der Arbeitsplanung entsprechende Auftragsabwicklung erforderlich sind.
Arbeitszeiterfassungermöglicht ein genaues und zuverlässiges Festhalten der individuell tatsächlich geleisteten Arbeitszeit. Auf diese Weise lassen sich z.B. Zeitguthaben und Zeitschulden der Mitarbeiter genau ermitteln. Dabei werden die Anmelde- bzw. Abmeldevorgänge der jeweiligen Mitarbeiter erfasst, wodurch sich die einzelnen Arbeitszeiten reproduzieren und weiter verarbeiten lassen.
ATO (Assemble-to-Order)heißt übersetzt: “montieren nach Katalog” und bezeichnet eine Mischform aus Lagerfertigung und Auftragsfertigung. Grundgedanke ist eine auftragsneutrale Vorfertigung, die mit einer
kundenspezifischen Endfertigung oder Montage verbunden ist. Beim Herstellungsprozess werden standardisierte Komponenten wie Module oder Baugruppen verwendet, die aufgrund der vermuteten Nachfrage vorproduziert worden sind.
AuditBeurteilung im Hinblick auf Angemessenheit und Wirksamkeit der Betrachtungseinheit, festgelegte Ziele zu erreichen, durch Personal, das nicht für die Betrachtungseinheit verantwortlich ist.
Audit TrailDie FDA definiert einen Audit-Trail als eine sichere, computergenerierte und zeitgestempelte elektronische Aufzeichnung, die es erlaubt, den Verlauf von Ereignissen nachzuvollziehen, die etwas mit dem Erstellen, dem Ändern oder dem Löschen von elektronischen Aufzeichnungen zu tun haben.
AuftragsdatenAuftragsbezogene Daten gehören zu den Systemlastdaten und verändern sich mit dem täglichen Betrieb. Sie umfassen unter anderem Start- und Endtermine von Arbeitsgängen, differenzierte Zeitkomponenten – z.B. Liege-, Transport- Bearbeitungs-, Kontroll- sowie Unterbrechungszeiten -, Bearbeitungszustände, Stückzahlen jeglicher Art, Personal- und Materialeinsatz sowie Fremdleistungen.
AuftragsfortschrittsüberwachungDie Überwachung der auftragsbezogenen Daten (Auftragsdaten) ist für die Fortschrittsüberwachung elementar. Insbesondere im Hinblick auf Qualität, Menge und Zeit ist es entscheidend mittels Auftragsfortschrittsüberwachung zu beobachten, ob sich die Aufträge entsprechend den erfassten Planwerten verhalten.
Ziel ist es den Abarbeitungsgrad der Aufträge zu bestimmen und einen Soll-Ist-Vergleich vorzunehmen, um so im Bedarfsfall entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Ausfallsicherheitist ein Merkmal von technischen Systemen, das den ausfall- und störungsfreien Dauerbetrieb charakterisiert. Zur Erhöhung der Ausfallsicherheit gibt es verschiedene Techniken und Verfahren, mit denen Systeme und Übertragungsstrecken redundant ausgeführt, Versorgungsspannungen gesichert und Daten dupliziert werden. Ein technisches System gilt als ausfallsicher, wenn die einzelnen Baugruppen mehrfach installiert sind und eine automatische Umschaltung vorgesehen ist.
Auto-ID-TechnologieVerfahren zur automatischen Datenerfassung, Datenerhebung sowie Datenübertragung. Gemeint sind damit Technologien wie Barcode, Mobile Datenerfassung, RFID, Spracherkennung sowie diverse Chipkarten-Ausprägungen. Diese Verfahren werden zur eindeutigen Identifizierung von Objekten oder Personen eingesetzt. Ziel der Auto-ID-Technologie ist die Verbesserung der betrieblichen Prozesse in der Fertigung, der Lieferkette und der Warenbewirtschaftung.
AtP (Available-to-Promise)bedeutet übersetzt „zusicherbarer Bestand“ und beschäftigt sich mit der betriebswirtschaftlichen Fragestellung, ob eine bestimmte Menge eines Materials oder Produkts zu einem Bedarfstermin zur Verfügung steht. Neben dem Lagerbestand können für die Verfügbarkeitsprüfung auch weitere Zugänge berücksichtigt werden, wie Bestellungen und Fertigungsaufträge. Zudem kann berücksichtigt werden, ob konkurrierenden Aufträgen bereits Mengen zugesichert wurden.
AHT (Average Handling Time)meint die Bearbeitungszeit eines Anrufes. Neben der reinen Sprechzeit fließt auch die Nachbereitung in die Bearbeitungszeit eines Anrufes mit ein.
BSC (Balanced Scorecard)wurde 1992 von den Harvard-Wissenschaftlern Robert S. Kaplan und David P. Norton vorgestellt. BSC ist eine ganzheitlich orientierte, kennzahlenbasierte Managementmethode, die sowohl die Vision und Strategie eines Unternehmens oder Unternehmensteils als auch relevante externe und interne Aspekte sowie deren Wechselwirkungen betrachtet. Ausgehend von dieser Organisationstrategie werden kritische Erfolgsfaktoren (KEF) bestimmt und daraus mit Key Performance Indicators ein Kennzahlensystem (Scorecard) abgeleitet. Die BSC ist ein Prozess bzw. eine Methode, die kontinuierlich
angewandt werden muss, um Ziele und Zielerreichungen überprüfen zu können.
BDE (Betriebsdatenerfassung)ist eine wesentliche Grundbedingung für eine Automatisierung der Fertigungssteuerung und umfasst alle geeigneten Maßnahmen, die erforderlich sind, um die Betriebsdaten in maschinell verarbeitbarer Form, zu generieren, aufzuzeichnen, zu analysieren und wenn nötig zu korrigieren sowie aufzubereiten, um sie am Ort ihrer Verarbeitung bzw. Verwendung bereitzustellen.
Ergänzend gehören auch bestimmte Vorverarbeitungs- und Aufbereitungsfunktionen zur Betriebsdatenerfassung.
Bestandsführungerfasst und verbucht Lagerzugänge und Abgänge. Ziel der Bestandsführung ist die Feststellung der buchhalterischen Lagerbestandwerte. Zudem bietet sie die Basis für eine statistische Auswertung des Verbrauchs.
Betriebsdatensind organisatorische sowie technische
Unternehmensdaten, welche im Laufe des Fertigungsprozess anfallen oder auch verwendet werden. Sie lassen sich in folgende Kategorien einordnen:

Auftragsdaten
Personaldaten
Maschinen- und Betriebsmitteldaten
Werkzeug- und Vorrichtungsdaten
Lager- und Materialdaten
Qualitätsdaten

BAPI (Business Application Programming Interface)BAPI ist eine standardisierte Programmierschnittstelle der SAP-Business Objekte, bei denen es externen Programmen ermöglicht wird, auf die Daten und Geschäftsprozesse des SAP R/3 zuzugreifen.
BI (Business Intelligence)Business Intelligence-Systeme bieten Unternehmensdaten und -analysen (Sammlung, Auswertung, Darstellung). Ziel ist die Gewinnung von Erkenntnissen, die in Hinsicht auf die Unternehmensziele bessere operative oder strategische Entscheidungen ermöglichen. Dies geschieht mit Hilfe
analytischer Konzepte und IT-Systeme, die Daten über das eigene Unternehmen, die Mitbewerber oder die Marktentwicklung im Hinblick auf den gewünschten Erkenntnisgewinn auswerten.
BPP (Business Process Providing)Business Process Providing ist eine Form des Outsourcing und meint die Auslagerung kompletter Geschäftsprozesse an einen Dienstleister. Dem Dienstleister beim BBP obliegt die Verantwortung der Unternehmensprozesse einschließlich der damit verbundenen Unterstützung.
CAM Serverdient als Datenquelle und generiert aus den CAD-Daten die entsprechenden NC-Programme, inklusive ihrer Werkzeugdaten, Korrekturwerte und Nullpunkttabellen.
CAQ (Computer Aided Quality Assurance)umfasst computergestützte Maßnahmen zur Planung und Durchführung der Qualitätssicherung. CAQ wird überwiegend im industriellen Bereich eingesetzt. Zur Methode zählt die Analyse, Dokumentation und Archivierung qualitätsrelevanter Daten in Fertigungsprozessen. CAQ Maßnahmen dienen der Minimierung der Risiken nach dem Produkthaftungsgesetz und der Optimierung der Fertigungsabläufe.
Chargenrückverfolgungermöglicht die Rückverfolgung auf Erzeuger, Inhaltsstoffe oder besondere Prozess- und Produktmerkmale der Produkte, insbesondere Werkstoffe, über die gesamte oder abschnittsweise rekonstruierbare Lieferkette (Upstream Tracing). Die Chargenrückverfolgung erlaubt auch dem Hersteller den Rückruf von Produkten im Falle erkannter Qualitätsmängel, um z. B. Schäden und möglichen Ansprüchen aus der Produkthaftung vorzubeugen (Downstream Tracing).
CNC (Computerized Numerical Control)CNC-Maschinen besitzen einen eigenen Kleinrechner, der eine Optimierung des Steuerprogramms direkt an der Maschine erlaubt. Er ist flexibel und in gewissem Umfang frei programmierbar.
CFR (Code of Federal Regulation)US-Bundesgesetzbuch, das Gefahrengutrecht der Vereinigten Staaten von Amerika.
CIM (Computer Integrated Manufacturing )ist ein Sammelbegriff für sämtliche Tätigkeiten eines produzierenden Unternehmens, die sich auf die Nutzung von Rechnern stützen. Bestandteile von CIM sind CAD (computergestütztes Zeichnen, Entwurf); CAP (rechnergestützte Arbeitsplanung); CNC-Fertigung; CAQ (rechnergestützte Qualitätssicherung); PPS (Produktionsplanung und – steuerung) und BDE (Betriebsdatenerfassung).
DashboardDer Begriff Dashboard (englisch für Armaturenbrett, Instrumententafel) wird überall dort angewandt, wo Daten und Informationen aufbereitet und graphisch dargestellt werden sollen. Dashboards vereinfachen die Kommunikation, konsolidieren Informationen und beschleunigen dadurch das strukturierte Arbeiten und Entscheiden in jeglichem Fachbereich.
DMC (Distributed Numerical Control)–> (Computergesteuert, -vernetzt). Die DNC-Systeme sind die komplexeste Form von numerisch gesteuerten Maschinen. Dabei werden mittels eines Zentralrechners oder eines Fertigungsrechners, der eine Serverfunktion erfüllt, mehrere Maschinen gemeinsam gesteuert. Computergeschriebene Programme werden über Netzwerk im Zentralrechner gespeichert und von dort an die zu steuernden Maschinen weiterverteilt.
Diskrete Fertigungeine Produktionsumgebung, in der Produkte als abzählbare Einheiten hergestellt werden. Hierzu zählen beispielsweise die Produktion von Konsumgütern oder von Autos.
Wichtige Kennziffern der diskreten Fertigung sind:
– Materialstammdaten
– Stücklisten
– Arbeitsplätze und
– Arbeitspläne
DNC-System (direkt numerical control, oder distributed numerical control)bezeichnet ein rechnergestütztes System zur Führung von mehreren numerisch gesteuerten Arbeitsmaschinen durch. DNC-Systeme sind dafür in den Informationsfluss eines Fertigungssystems integriert und verfügen über Schnittstellen zu einer heterogenen Umgebung von NC-Steuerung und zu einem CAM Server sowie Fertigungsleitrechner.
Durchlaufterminierung (auftragsorientierte Terminermittlung)–> die grobe Festlegung vorläufiger Start- und Endtermine der einzelnen für die Herstellung von Zwischen- und Endprodukten notwendigen Arbeitsgänge auf Basis geschätzter Plan-Durchlaufzeiten.
–> Die Durchlaufterminierung ist ein Bestandteil der Produktionsbedarfsplanung und stellt die zeitlichen Zusammenhänge zwischen den Fertigungsaufträgen her. Aufgabe der Durchlaufterminierung ist es, Anfangs- und Endtermine der Fertigungsaufträge bzw. Arbeitsvorgänge festzulegen. D.h. Ziel der Durchlaufterminierung ist es, bezogen auf Kapazitäten bzw. Kapazitätsgruppen konkrete Ecktermine zu definieren.
EAI (Enterprise Application Integration)Konzept zur unternehmensweiten IT-Systemintegration mit hoher Flexibilität, leichter Erweiterbarkeit und einfacher Änderung des Workflows. EAI umfasst die Planung, die Methoden und die Software, um heterogene, autonome Anwendungssysteme prozessorientiert zu integrieren.
EDI (Electronic Data Interchange)Übersetzt: „Elektronischer Datenaustausch“, bezeichnet als Sammelbegriff alle elektronischen Verfahren zum automatischen Austausch von strukturierten Daten (z. B. Bestellungen, Rechnungen) zwischen zwei Anwendungssystemen mit einem Minimum an menschlichen Eingriffen. Dies ermöglicht den beteiligten Partnern eine Rationalisierung ihrer Abläufe und erhebliche Kostenersparnisse. Neben EDI gibt es eine Reihe anderer Verfahren und Standards, um elektronische Daten auszutauschen. Um EDI von einigen dieser Verfahren abzugrenzen, wird deshalb genauer von klassischem EDI gesprochen, im Gegensatz z. B. zu WebEDI oder Internet-EDI.
electronic signature – elektronische SignaturDie EU-Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste (kurz eIDAS (910/2014)) unterscheidet drei Typen an elektronischen Unterschriften:
– Elektronische Signatur (Daten in elektronischer Form, die anderen elektronischen Daten beigefügt oder logisch mit ihnen verbunden werden und die der Unterzeichner zum Unterzeichnen verwendet.)
– Fortgeschrittene elektronische Signatur (
elektronische Signaturen, die
eindeutig dem Unterzeichner zugeordnet sind,
die Identifizierung des Unterzeichners ermöglichen,
unter Verwendung elektronischer Signaturerstellungsdaten erstellt sind, die der Unterzeichner mit einem hohen Maß an Vertrauen unter seiner alleinigen Kontrolle verwenden kann, und
so mit den auf diese Weise unterzeichneten Daten verbunden sind, dass eine nachträgliche Veränderung der Daten erkannt werden kann)
– Qualifizierte elektronische Signatur (Fortgeschrittene elektronische Signaturen nach Nummer 2, die
von einer qualifizierten elektronischen Signaturerstellungseinheit erstellt wurden und
auf einem qualifizierten Zertifikat für elektronische Signaturen beruhen)

ERP (Enterprise Ressource Planning = Warenwirtschaftsssteme)sind modular strukturierte integrierte Standardanwendungssoftware-Systeme, die alle wesentlichen betrieblichen Funktionen in der Fertigung abdecken (Beschaffung, Produktion, Finanzen, Personal usw.) und informationstechnisch umsetzen. Die Datenhaltung erfolgt in einer zentralen Datenbank. ERP-Systeme sind damit vollständig integrierte Software-Lösungen für alle Unternehmensbereiche. Das Ziel von Enterprise Ressource Planning ist die Optimierung der Ressourcenplanung eines Unternehmens. Dabei werden alle relevanten Geschäftsprozesse berücksichtigt.
ExcellenceÜberragende Praktiken in der Führung der Organisation und beim Erzielen von Ergebnissen, basierend auf Grundkonzepten der Excellence. Diese sind: Ergebnisorientierung, Kundenorientierung, Führung und Zielkonsequenz, Management mittels Prozessen und Fakten, Mitarbeiterentwicklung und -beteiligung, kontinuierliches Lernen, Innovation und Verbesserung, Entwicklung von Partnerschaften, soziale Verantwortung.
XML (Extensible Markup Language)Die Abkürzung XML für Extensible Markup Language (engl. für „erweiterbare Auszeichnungs-Sprache“), ist ein Standard zur Erstellung strukturierter Dokumente im Internet oder in Intranets in Form einer Baumstruktur.
FA (auch FAUF)Abkürzung für Fertigungsauftrag.
Feldbus (Fieldbus)Oberbegriff für verschiedene physikalisch ausgeprägte Bussysteme für die Automatisierung, Fertigungstechnik, Gebäudeautomation und die Automotive-Technik. Ein Feldbus ist ein industrielles Kommunikationssystem, mit dem Feldgeräte (Antriebe, Schalter, Motoren) mit den Steuerungsgeräten und Leitrechnern verbunden werden und über die ein schneller Datenaustausch
zwischen den Komponenten erfolgt. Siehe auch PROFIBUS.
FLS (Fertigungsleitstand)Siehe auch APS. Ein Fertigungsleitstand stellt in anschaulicher Form die aktuelle und kurzfristig geplante Belegung von Arbeitsplätzen mit Fertigungsaufträgen und Arbeitsgängen dar. Das Kernstück eines Fertigungsleitstandes ist eine elektronische Plantafel.
Über eine Zeitachse werden die Belegungen der Ressourcen (Arbeitsplätze) mit den eingeplanten Aktivitäten (Arbeitsgänge) dargestellt. In der elektronischen Plantafel können dann interaktiv manuelle Ein- und Umplanungen vorgenommen werden. Der Leitstand bietet auch Funktionalitäten zur automatisierten Feinplanung unter Berücksichtigung verschiedener Dispositionsregeln an. Im Rahmen der Rüstzeitoptimierung kann z. B. das Teilen und Zusammenfassen von Arbeitsgängen ausgeführt werden. Darüber hinaus dient ein Leitstand der Überwachung und Steuerung der laufenden Fertigung. Der Leitstand erhält seine Soll-Daten i. d. R. von einem überlagerten PPS-System und meldet auch an dieses zurück.
Fertigungsplanung und -steuerungbefasst sich mit der Teilefertigung und Montage, also einem Teilaspekt der Produktion und umfasst alle Maßnahmen, die zur Durchführung eines Auftrages im Sinne der Fertigungsplanung erforderlich sind. Die Fertigungssteuerung umfasst üblicherweise die Produktionsprogrammplanung; Mengenplanung; Termin- und Kapazitätsplanung;
Auftragsveranlassung und Auftragsüberwachung.
FMEA (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse)ist eine häufig eingesetzte Methode des präventiven Qualitätsmanagements und unabdingbar für eine vollständige Risikoabschätzung von Produkten, Prozessen und Systemen.
FCS (Finite Capacity Scheduling)übersetzt „Zieltermin Kapazitätsplanung“. FCS Module sind APS-Module zur simultanen Planung von Ressourcen (Material, Maschinen, Personal und Werkzeugen) und zur Berechnung von Produktionsstartterminen. FCS-Systeme berechnen die voraussichtliche Produktionsdauer aus Planzeiten für das Rüsten und die Produktion. Sie untersuchen, ob Produktionskapazitäten verfügbar sind und erstellen einen Plan für die Startzeiten der Einzelaufträge. Die Berechnung erfolgt üblicherweise iterativ, d. h. es wird ein Auftrag verplant, dann der nächste, etc. bis sich die Plantafel langsam füllt.
Gatewaydeutsch: „Protokollumsetzer“ –> ist die Verbindungsstelle zwischen Netzwerken, die auf völlig unterschiedlichen Protokollen/Datenformaten basieren. Vom Gateway wird eine Übersetzung durchgeführt, die es den Netzwerken erlaubt, miteinander zu kommunizieren.
Instandhaltungvon technischen Systemen, Maschinen, Anlagen, Bauelementen, Geräten und Betriebsmittel soll sicherstellen, dass der funktionsfähige Zustand erhalten bleibt oder bei Ausfall kurzfristig wieder hergestellt wird. Die DIN-Norm DIN 31051 strukturiert die Instandhaltung in die vier Grundmaßnahmen Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung.
InterfaceSchnittstellen, über die ein definiertes Kommunikationsprotokoll abläuft. Durch ein Interface wird der Datenaustausch zwischen verschiedenen Geräten und Softwareprogrammen ermöglicht.
IDOC (Intermediate Document) ist ein SAP-Standardformat für den elektronischen Datenaustausch zwischen SAP- und Fremdsystemen
JIS (Just-In-Sequence)Konzept aus der Beschaffungslogistik. Es ist eine Weiterentwicklung der Just-In-Time-Produktion (JIT). Der Zulieferer sorgt bei dem JIS-Konzept dafür, dass die benötigten Module rechtzeitig in der notwendigen Menge und in der richtigen Reihenfolge (Sequence) angeliefert werden. JIS wird vor allem in der Automobil-industrie eingesetzt.
JIT (Just-In-Time)ist ein produktionstechnisches Konzept, bei dem die Komponenten zum richtigen Zeitpunkt angeliefert und/oder produziert werden und direkt, ohne Zwischenlagerung, in die Montage einfließen. Die Lager- und die Kapitalbindungskosten entfallen. JIT ist in der Automobil- und Zulieferindustrie weit verbreitet.
Kaizenbedeutet in japanischen Schriftzeichen “Veränderung zum Besseren” und ist eine japanische Lebens- und Arbeitsphilosophie, die das Streben nach ständiger Verbesserung zu ihrer Leitidee gemacht hat. In der Industrie wurde dieses Konzept zu einem Managementsystem weiterentwickelt.
Kanbanstellt ein Fertigungssteuerungsverfahren dar, bei dem die Produktion gemäß des Holprinzips (engl.: Pull Principle) durch den Bedarf nachgelagerter Fertigungsstufen ausgelöst wird. Durch diese “Produktion auf Abruf” soll entsprechend der Zielsetzung der Just-in-Time-Philosophie die Materialbestände und somit Zins- und Lagerkosten reduziert werden.
KPI (Key Performance Indicator(s))sind in der Betriebswirtschaftslehre Kennzahlen, anhand derer der Fortschritt oder der Erfüllungsgrad hinsichtlich wichtiger Zielsetzungen oder kritischer Erfolgsfaktoren innerhalb einer Organisation gemessen und/oder ermittelt werden kann. Im MES-Kontext können beispielsweise Produktqualität oder Anlagenauslastung KPIs darstellen.
KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess)bedeutet eine stetige Verbesserung mit möglichst nachhaltiger Wirkung auf alle Aktivitäten und das ganze Unternehmen. KVP bezieht sich auf die Produkt-, die Prozess- und die Servicequalität. Umgesetzt wird KVP durch einen Prozess stetiger kleiner kontinuierlicher Verbesserungsschritte. KVP ist ein Grundprinzip im Qualitätsmanagement und Bestandteil der DIN:ISO 9001.
Lager- und MaterialdatenZugänge, Bestände und Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden als Lager- und Materialdaten erfasst und verwaltet. Auch Abfälle und Materialverbrauchsabweichungen werden in diese Daten gesammelt.
Leitstandauch Kontrollzentrum, ermöglicht dem Bediener einen Überblick über den Ablauf und die momentane Situation in einem festen Bereich. Meist sind Funktionen implementiert, die eine Umplanung und Veränderung der Reihenfolge von Abläufen zulassen.
MIS (Management Information System)Anwendungssysteme, die in Form von Standardübersichtsberichten die verschiedensten Informationen und Kennzahlen eines Unternehmens zur Verfügung stellen, sie auswerten und analysieren. MIS-Systeme informieren das Führungspersonal aktuell über Unternehmensfortschritte, wie Produktions-, Verkaufs oder Bestandszahlen, die die Grundlage für die Entscheidungsfindung und die strategischen Handlungen bilden. Zielsetzung ist, aus den Datenmengen der operativen Systeme (Buchungssystem, FiBu etc.) ein Steuerungsinstrument zu schaffen, das dem
Management ein frühzeitiges Gegensteuern ermöglicht.
MES (Manufacturing Execution System)– auch Shop Floor Systeme genannt – liefern Informationen, die eine Optimierung von Produktionsabläufen vom Anlegen des Auftrags bis hin zum fertigen Produkt ermöglichen. Anhand aktueller und exakter Daten führt MES die Fertigungsaktivitäten aus. Es initiiert, antwortet auf und berichtet über Aktivitäten so, wie sie auftreten. Das MES-System ermöglicht die Ist-Betrachtung von Maschinen, Schichten, Bedienern und Produkten und bündelt die Informationen der Produktion in übersichtlichen Auswertungen. Daten stehen allen relevanten Bereichen zur Verfügung, unter anderem über ERP-Systeme. Auf einen Blick ist sichtbar, wo welcher Auftrag läuft und welche Maschine stillsteht. Ermöglicht wird damit eine schnellere Reaktion auf
Veränderungen im Fertigungsablauf. MES führt zu effektiven Fertigungs- und Prozessabläufen, verbessert die Betriebsbereitschaft der Anlagen, forciert die termingerechte Auslieferung der Produktionsgüter, verkürzt die Lagerzyklen und erhöht den Cash-Flow erheblich.
Im Gegensatz zur Ebene der reinen betriebswirtschaftlichen Produktionsplanung durch Enterprise Resource Planning-Systeme
(ERP) sind MES-Systeme direkt an die Shop Floor-Ebene angebunden. Zu den Grundfunktionen gehören Betriebsdatenerfassung (BDE), Maschinendatenerfassung (MDE), Personaldatenerfassung, Produktionsfeinplanung, Qualitätsmanagement, etc.
Manufacturing Intelligenceist ein System, das Kennzahlen (Daten, Alarme und
Ereignisse) und Verfahren liefert, um die Leistungsfähigkeit einer Fertigung zeitnah und fortlaufend zu messen, zu analysieren, kontrolliert darzustellen und zu steuern. Das System liefert damit Entscheidungsgrundlagen, um Produktionsprozesse zu verbessern.
MRP II (Manufacturing Resource Planning II)übersetzt: „Produktionsplanungssystem“. Das MRP II-Konzept (Manufacturing
Resource Planning) ist eine Methode, um alle Ressourcen eines Produktionsunternehmens zu planen. Die Methode verfügt über Simulationsfähigkeiten und besteht aus einer Anzahl miteinander verknüpfter Funktionen: Der Geschäftsplanung (Business Planning), Absatz- und Produktionsgrobplanung (sales and operations planning), Produktionsplanung (production planning) und Fertigungsplanung für Material und Kapazität
(execution support systems for capacity and material). Die Ergebnisse dieser Systeme sind eingebunden in den Geschäftsplan, Beschaffungsplan, den Transportkostenplan und die Bestandshochrechnungen. Die langfristige
und strategische Planung gewinnt in MRP II an Bedeutung. MRP II ist eine direkte Erweiterung der MRP I.
Maschinen- und BetriebsmitteldatenInformationen zu Lauf- und Stillstandszeiten, Einhaltung von Taktzeiten, Fertigungsmengen (Stückzahlen), Nutzungsgrade, Maschinenlaufzeiten, Wartungsintervallen sowie Störungen und Störungsursachen gehören zu den Maschinen- bzw. Betriebsmitteldaten.
Ziel ist die Verbesserung von Instandhaltung und Wartung der Maschinen.
MDE (Maschinendatenerfassung)beschreibt die Schnittstelle zwischen Maschinen der Produktionstechnik und der Informationsverarbeitung.

Die erfassten Daten können direkt als Parameter in die Maschinenregelung einfließen und auch als eine Datenquelle der Betriebsdatenerfassung für weitergehende Zwecke verwendet werden, z.B. zur statistischen Prozessregelung (SPC) und zur Planung und Steuerung von Produktionsaufträgen.

Mobile DatenerfassungZur mobilen Datenerfassung sind Geräte im Einsatz, die meist über Funk kommunizieren und so in einem bestimmten Arbeitsbereich die sofortige Kommunikation mit einem Computer gestatten.
NC-SteuerungWesentliche Aufgabe einer NC-Steuerung ist die Interpretation der Eingangsinformationen in Form alphanumerischer Zeichen (NC-Programm) und Aufbereitung der entsprechenden Weg- bzw. Schaltinformationen.
Numerical ControlDeutsch: „Numerische Steuerung“. Die NC-Maschinen (Numerical Control) werden mittels Computer gesteuert. Das Steuerungsprogramm erhält die notwendigen Informationen bezüglich der Bearbeitung und der Art des Werkstücks, das die NC-Maschinen (insbesondere Werkzeugmaschinen) in
Arbeitsabläufe umsetzen und nacheinander abarbeiten können. Es gibt drei grundlegende Arten von NCMaschinen:
– NC-Maschinen (numerical control)
– CNC-Maschinen (computerized numerical control – die Steuerung erfolgt über einen Computer)
– DNC-Maschinen (direct numerical control – Computergeschriebene Programme werden über Netzwerk in einen Server gespeichert und werden von dort an die zu steuernden Maschinen weiterverteilt)
OPC (OLE for Process Control)Es handelt sich um eine standardisierte Software-Schnittstelle, die es Anwendungen unterschiedlichster Hersteller ermöglichen soll, Daten auszutauschen.
OEE (Overall Equipment Efficiency)= Gesamtanlageneffektivität, ist eine einfache Methode, den Nutzungsgrad der im Betrieb befindlichen Maschinen permanent zu überwachen, zu protokollieren und zu erhöhen. In der Regel erfolgt die Maschinenüberwachung über Intranet oder Internet. Die Produktivität kann durch den ermittelten OEE-Wert gemessen und analysiert werden.
OPE (Overall Process Effectiveness)= Gesamtprozesseffektivität,die die Verluste (einschließlich planungsbasierter Verluste), die während des Betriebs einer Anlage auftreten, kennzeichnet. Anmerkung: Diese Kennzahl stellt eine sinnvolle Erweiterung von OEE dar, da sie bewusst auch planungsbasierte Verluste einschließt.
Personalbedarfsermittlungbildet die Grundlage der gesamten Personalplanung, nach der sich alle übrigen personalwirtschaftlichen Teilbereiche zu richten haben. Im Rahmen der Personalbedarfsermittlung wird sowohl der quantitative als auch qualitative Bedarf an Mitarbeitern in einem Unternehmen ermittelt, um eine möglichst eindeutige Personalplanung zu gewährleisten.
PersonalbedarfsplanungErmittlung des Personalbedarfs zu einem bestimmten Zeitpunkt. Der Zeitpunkt des Bedarfs kann in der Gegenwart oder Zukunft liegen. Der Einsatzbedarf leitet sich ab aus dem Bedarf an menschlicher Arbeitsleistung, die zum Erfüllen einer bestimmten Unternehmensaufgabe in einem festen Zeitabschnitt erforderlich ist. Anhand des Vergleichs von Soll-Personalbedarf und Ist-Personalbedarf lässt sich ablesen, ob eine ausreichende Deckung oder aber Unter- bzw. Überdeckungen vorliegen. Bei der Unterdeckung müssen Beschaffungsmaßnahmen und bei der Überdeckung Freistellungsmaßnahmen eingeleitet werden. Ermittlung des Personalbedarfs: Dies umfasst Anzahl, qualitative Struktur und zeitlichen, ggf. auch örtlichen Einsatz der benötigten Arbeitskräfte. Daraus ergibt sich ein Soll-Wert, an dem sich alle personalwirtschaftlichen Maßnahmen auszurichten haben.
Personaldatenwerden insb. im Hinblick auf die Personaleinsatzplanung benötigt. Speziell die Zuordnung von Mitarbeitern, Betriebsmitteln und Fertigungsaufträge stehen neben den reinen An- und Abwesenheitszeiten im Fokus der Betrachtung. Die Personaldatenerfassung umfasst ebenfalls die Art der einzelnen ausgeführten Arbeitsschritte (z.B. Rüsten, Einrichten, Warten und Bearbeiten).
PEP (Personaleinsatzplanung) –> die Verteilung der gegenwärtigen Mitarbeiter auf die verschiedenen Arbeitsplätze unter Berücksichtigung der quantitativen, zeitlichen und örtlichen Erfordernisse des Unternehmens und der Berücksichtigung der gerechtfertigten Belange und der qualitativen Voraussetzungen der Mitarbeiter.
PZE (Personalzeiterfassung)befasst sich mit Zeiterfassung, Zeitwirtschaft und Personaleinsatzplanung und ist somit ein elementarer Bestandteil des Personalmanagements in einem MES-System. Sie dient in erster Linie als Steuerungssystem für die Personalressourcen.
PLM (Product Life Cycle Management)–> Zusammenführung und Administration aller Daten, die von einem Produkt von der Herstellung bis zur Entsorgung gewonnen werden.
PDM (Produktdatenmanagement)Administration sämtlicher Daten eines Produkts, die während der Konstruktion und Entwicklung eines Produkts erhoben werden.
ProduktionAlle zur betrieblichen Leistungserstellung erforderlichen Tätigkeiten, die unmittelbar an der Produktherstellung beteiligt sind und insbesondere die Prozesse Konstruktion und Arbeitsplanung, Fertigung und Montage, Lagerung und Transport, Qualitätssicherung, Planung und Steuerung, Warenvereinnahmung und -versand sowie Hilfsprozesse wie Instandhaltung umfassen.
PPS (Produktions-, Planungs- und Steuerungssystem)unterstützt den Anwender bei der Produktionsplanung und -steuerung und übernimmt die damit verbundene Datenverwaltung. Sie sind die Basis jeder Fertigung. Mit Hilfe eines PPS-Systems werden Aufträge abgewickelt, Produkte konfiguriert, produziert und ausgeliefert. Ziel der PPS-Systeme ist die Realisierung kurzer Durchlaufzeiten, die Termineinhaltung, optimale Bestandshöhen sowie die wirtschaftliche Nutzung der Betriebsmittel. ERP-Systeme umfassen zusätzlich die Planung von Personal sowie Finanz-Management und können PPS-Systeme daher integrieren.
Produktionsmanagement–> betriebliche Führungsaufgabe und zugleich eine Wissenschaftsdisziplin. Produktionsmanagement ist ein eminent wichtiger Baustein der Unternehmensführung in produzierenden Unternehmen. Das Produktionsmanagement umfasst die Planung, Organisation, Durchsetzung und Kontrolle industrieller Wertschöpfungs- und industrieller Leistungserstellungsprozesse. Dabei stehen die Prozesse der Willensbildung (Planung) und der Willensdurchsetzung (Steuerung und Kontrolle) im Vordergrund.
PROFIBUSDIN-standardisiertes Feldbusprotokoll – wird in der industriellen Prozessautomatisierung und Fertigungsautomatisierung eingesetzt. Es ist ein industrielles Kommunikationssystem, das eine Vielzahl von Feldgeräten wie Messfühler (Sensoren), Stellglieder und Antriebe (Aktoren) mit einem Steuerungsgerät verbindet. Siehe auch Feldbus. Das Protokoll ist vor allem in Europa in zwei Versionen verbreitet: PROFIBUS-DP (Dezentrale Peripherie) zur
Ansteuerung von Sensoren und Aktoren. DP ist der meistgenutzte Profibus in der Fertigungstechnik. PROFIBUS-PA (Prozess-Automation) wird zur Kontrolle von Messgeräten durch ein Prozessleitsystem in der Prozess- und Verfahrenstechnik eingesetzt.
ProzessfertigungEs werden keine abzählbaren Einheiten (wie z.B. Autos oder Schrauben) sondern Flüssigkeiten, Gase, Gemische oder Granulate in einem kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Prozess hergestellt. In der Verfahrenstechnik liegt der Fokus primär auf dem Prozess der technischen Verarbeitung von Rohstoffen zu einem Endprodukt
Q-StandDer Qualitätsstand beschreibt den vom Kunden freigegebenen Stand der zu liefernden Teile.
QM (Qualitätsmanagement)QM ist ein Organisationssystem das sicherstellt, dass Güter, Dienstleistungen und Prozesse den Anforderungen entsprechend abgearbeitet werden. QM dient damit der Schaffung von Vertrauen bei Führung und Kunden.
QS (Qualitätssicherung)Nach EN ISO 9000:2000, Punkt 3.2.11 ist
Qualitätssicherung definiert als „Teil des Qualitätsmanagements, der durch das Erzeugen von Vertrauen darauf gerichtet ist, dass Qualitätsanforderungen erfüllt werden“.
QualitätsdatenZu den Qualitätsdaten zählen mitunter Prüf- und Messwerte (Prozessdaten – wie Temperatur, Druck, oder Spannung), Ausschussgründe und Daten aus der Qualitätsanalyse. Die gewonnen Daten sind Grundlage für Qualitätsüberwachung und –sicherung.
QDE (Qualitätsdatenerfassung)–> das Aufzeichnen und/oder rechnergestützte Erfassen von Ausgangs- bzw. Ergebnisdaten, die sich bei der Qualitätsplanung, -lenkung, -prüfung und anderen Beurteilungen und Berechnungen ergeben.
QFD (Quality Function Deployment)Methode der Qualitätssicherung. Ziel des Verfahrens ist die Konzeption, die Erstellung und der Verkauf von Produkten und Dienstleistungen, die der Kunde wirklich wünscht. QFD bezieht dabei alle Unternehmensbereiche in die Qualitätsverantwortung mit ein. QFD geht zurück auf den Japaner Yoji Akao (1966.)
RFID (Radio Frequency Identification)Technologie zur drahtlosen Identifizierung von Waren oder Personen über elektromagnetische Wellen.
ReihenfolgeplanungIm Rahmen der Feinplanung legt die Arbeitsvorbereitung unter Berücksichtigung der verfügbaren Mitarbeiter, Werkzeugen und Materialien fest, wann welcher Mitarbeiter welchen Auftrag mit welchem Material auf welcher Anlage fertigt. Dabei können die Fertigungsaufträge über verschiedene Terminierungsarten (vorwärts, rückwärts oder Mittelpunkt) eingelastet werden. Der Arbeitsaufwand für die Feinplanung kann mit spezieller Software erheblich verringert werden. Es kann eine Rüstzeitoptimierung mit Hilfe von Rüstmatrizen erfolgen oder beliebige Planungshorizonte können eingestellt werden.
RFC (Remote Function Call)Begriff aus dem Umfeld der SAP-Software. RFC bezeichnet Verfahren, mit denen Funktionen in einem entfernten System aufgerufen werden. RFC ist andererseits auch der Überbegriff für die SAP-eigenen Protokolle und Schnittstellen.
Shop FloorUnter Shop Floor (englisch für Fabrik, Fabrikhalle, Produktionsstätte) versteht man in der Industrie den Produktionsbereich/ Produktionsstätte als den Ort der Wertschöpfung. Shop Floor-Management umfasst Prozesse, Methoden und Systeme zur Sicherstellung einer möglichst effizienten Produktion. Shop
Floor-Management legt den Focus auf das Geschehen an der Basis.
SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung)SPS-Systeme (engl. Programmable Logic Controller) werden zur automatischen Steuerung und/oder Regelung einer Maschine oder Anlage eingesetzt. Anhand eines programmierten Ablaufs können unterschiedliche Maschinen gesteuert werden. Derzeitige SPS-Systeme übernehmen neben der Kernaufgabe (Steuerung und Regelung) zunehmend weitere Aufgaben, wie Visualisierung,
Alarmierung und Aufzeichnung aller Betriebsmeldungen (Data-Logging) und die Antriebssteuerung (Motion Control, Drehzahlsteuerung mit kontrollierter Beschleunigung oder Verzögerung). Zunehmend erfolgt auch eine Anbindung an die Verwaltungsrechner einer Firma (vertikale Integration). Eine Standardisierung der Steuerungsaufgabe und eine hohe Flexibilität sind kennzeichnend für das SPS-Konzept und führen zur zunehmenden Verbreitung der SPS-Systeme.
StammdatenGesamtheit aller Daten in einem Unternehmen. Sie dienen der Identifikation, Klassifikation und Charakterisierung von Sachverhalten, die unverändert über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen. Sie werden auch als feste Daten bezeichnet und können bspw. Kundendaten sein
SPC (Statistical Process Control)deutsch: „Statistische Prozesslenkung“ ist die konsequente Anwendung statistischer Methoden, um einen Prozess zu überwachen. Ziel dieser Überwachung ist es, Qualitätsdefizite bereits während der laufenden Produktion zu entdecken. Dabei können sowohl quantitative als auch qualitative Merkmale eines Produktes oder eines Prozesses überwacht
werden.
StücklistenStücklisten, welche sich in Mengenübersichts-, Struktur- und Baukastenstücklisten unterteilen lassen, sind die strukturierte Auflistung von Teilen oder Baugruppen, die zur Herstellung eines Produktes oder Teilproduktes benötig werden. Sie beziehen sich dabei auf diskrete Endprodukte und geben an, welche Teilprodukte bzw. welche Materialien nötig sind, um ein Stück eines Endproduktes herzustellen. Diese Informationen gehören zu den grundlegenden Datenstrukturen, die produzierende Unternehmen vorhalten müssen.
SCM (Supply-Chain-Management)Planung, Steuerung und Kontrolle der kompletten Wertschöpfungskette (vom Lieferanten bis zum Kunden). Die Supply Chain (Lieferkette) umfasst alle Flüsse von Waren und Informationen von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung und den
Verkauf bis hin zum Ver- oder Gebrauch eines Produktes durch den Endnutzer. Kunden, Lieferanten und weitere Dienstleister sind in die logistische Kette mit einbezogen. Supply-Chain-Management schließt alle Aktivitäten ein, diese Schritte zu gestalten und abzuwickeln, sowohl auf strategischer als auch taktischer und operativer Ebene. Das hauptsächliche Ziel von SCM ist die funktions- und unternehmensübergreifende Optimierung der Lieferkette.
SyncosSyncos MES unterstützt alle Bereiche Ihres Qualitäts (CAQ)- und Produktions­manage­ments (BDE, MDE, APS) inklusive Betriebs- und Maschinendaten­erfassung. Alle Module der MES-Lösung sind aufeinander abgestimmt und greifen reibungslos ineinander.
Termin- und KapazitätsplanungÜber die Termin- und Kapazitätsplanung werden auf Basis von Rüst- und Bearbeitungszeiten sowie Übergangszeiten Start- und Endtermine (Durchlaufterminierung) einzelner Arbeitsvorgänge für die geplanten Fertigungsaufträge ermittelt.
TCO (Total Cost of Ownership)Ein Verfahren zum Ermitteln der Gesamtkosten einer Investition. Zum reinen Anschaffungspreis werden die Kosten für Implementation, Schulung, Betrieb und Wartung hinzugerechnet. Der Ansatz dient dazu, Verbrauchern und Unternehmen dabei zu helfen, alle anfallenden Kosten von Investitionsgütern (insbesondere in der IT) wie beispielsweise Software und Hardware abzuschätzen. Die Idee dabei ist, eine Abrechnung zu erhalten, die nicht nur die Anschaffungskosten enthält, sondern alle Aspekte der späteren Nutzung (Energiekosten, Reparatur und Wartung) der betreffenden Komponenten.
Touch-ScreenEin Touch-Screen, Tastschirm bzw. Sensorbildschirm ist ein Bildschirm, dessen technischer Aufbau es erlaubt, durch Berührung der Bildschirmoberfläche mit den Fingern Funktionen auszulösen. Eine Tastatur bzw. ein Cursor per Maus wird nicht benötigt.
Traceability (Rückverfolgbarkeit)bedeutet, dass zu einem Produkt oder einer Handelsware jederzeit festgestellt werden kann, wann und wo und durch wen die Ware gewonnen, hergestellt, verarbeitet, gelagert, transportiert, verbraucht oder entsorgt wurde. Diese Weg- und Prozessverfolgung wird auch Tracing genannt.
Unterschieden wird zwischen:
– Downstream-Tracing (abwärtsgerichtet – vom Erzeuger zum Verbraucher) und
– Upstream-Tracing (aufwärtsgerichtet – vom Verbraucher zum Erzeuger).
Tracking and Tracingbeschreibt den Wunsch der Hersteller und Verbraucher Zustands- und Ortsveränderungen zu erfassen und digital zu dokumentieren, um so die Historie eines Produktes festzuhalten. Durch eine solch gezielte Datensammlung ergibt sich die Möglichkeit, die Eigenschaften eines einzelnen Produktes sicherzustellen und nachzuweisen.
Transactional-Datensind Informationen, die eine Transaktion eindeutig identifizieren können, wie z. B. Chargenidentifikation und Lieferdaten.
TP (Transponder)Der Begriff Transponder (TP) setzt sich zusammen aus den Begriffen Transmitter (Übertragungseinheit) und Responder (Antwortsystem). Ein Transponder ist ein Funk-Kommunikationsgerät, welches eingehende Signale aufnimmt und automatisch beantwortet. Seit etwa 4 Jahren wird auch in Deutschland anstelle der Bezeichnung Transponder der englische Begriff RFID verwendet.
Werkzeug- und Vorrichtungsdatengeben u.a. Auskunft über Ort und Zeit des Einsatzes sowie Entnahmen. Zustände und Defekte (Art, Zeit und Bruchursache des Werkzeuges).
WerkzeugverwaltungSystem zur Erfassung, Kategorisierung, Verwaltung und Archivierung der in der Produktion verwendeten Werkzeuge unter Erfassung von Zuständen, Ortsangaben etc.
Die Wertschöpfungverwandelt vorhandene Güter in Güter mit höherem Nutzen und so in Gegenstände mit höherem Geldwert. Die Wertschöpfung errechnet sich aus dem Produktionswert abzüglich der Vorleistungen. Wertschöpfung ist das Ziel produktiver Tätigkeit.
WIP (Work in Process)Unter dem WIP versteht man Materialbestände, die den Fertigungsaufträgen und nicht dem Lagerbestand zugeordnet sind. Diese Bestände befinden sich auch physisch in der Regel direkt im Produktionsbereich.
WorkflowEin Workflow (alternativ auch Arbeitsablauf, Geschäftsvorfall oder Allgemeinvorgang) ist ein Prozess, der einer vordefinierten Abfolge von Aktivitäten folgt.
Zustandsorientierte InstandhaltungAusgehend vom aktuellen Zustand der Anlage werden vorbeugend Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt mit dem Ziel, die Ausfallzeiten zu reduzieren. Primärer Fokus ist die Schadensvorbeugung. Der Abnutzungsvorrat der Instandhaltungsobjekte wird besser ausgenutzt als bei der Strategie der vorbeugenden Instandhaltung. Es lässt sich in der Regel eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit als bei der Strategie der ausfallbedingten Instandhaltung erreichen.